PROJEKT26 in Bern – Gampelen

November 25, 2009

Hallo zusammen,

Die zweite Station von PROJEKT26 hat uns in den untersten Zipfel des Kantons Bern verschlagen. Nach Gampelen. Wir haben bei einer 3. und 4. Primarklasse zwei Schulstunden zur UNO gestaltet. Beim Aufbau und der Aufgabe der UNO sind wir gestartet, haben die Millenium Entwicklungsziele anhand der Bilder besprochen und uns gefragt warum die wichtig sind und noch gelernt was eigentlich überhaupt Menschenrechte sind.

Zum Schluss haben wir zwei Gruppen gebildet und in jeder 3 wichtige Rechte ausgearbeitet. Rausgekommen sind folgende 6 Rechte:

1. Recht auf Freizeit

2. Recht auf Schule

3. Recht auf intakte Wälder

4. Recht auf intakte Tierwelt

5. Recht auf Frieden

6. Recht auf freie Meinungsäusserung

Über diese haben wir dann wie bei der richtigen UNO abgestimmt. Das Recht auf intakte Tierwelt und Frieden sind von dieser Klasse als die wichtigsten Rechte angenommen worden.

Wunderbar!

Hier einige Impressionen dieser lebhaften Klasse:


Liebe Grüsse

Toby


Filmvorführung “the yoUNg” in Bern

November 16, 2009

Hallo zusammen,

Was gibt es besseres am Montagabend als Kino? Was gibt es besseres am Montagabend als Kino mit einem schönen Apero? Was gibt es besseres am Montagabend als Kino mit einem schönen Apero, wo man noch etwas lernt? Was gibt es besseres am Montagabend als Kino mit einem schönen Apero, wo man noch etwas über die UNO lernt?

Wohl nichts.

Wir haben nach einer Vorstellung des Projekts Youth Rep von Nicole Cornu, Co-Präsidentin der SAJV, über unser Mandat, über unsere Sensibilisierungsaktionen und sehr viel über unsere Konferenzen und deren Ergebnisse gesprochen. Nach vielen vielen Worten haben wir dann gezeigt wie Jugendpartizipation an der UNO in New York aussieht.

Der Dokumentarfilm “the yoUNg” wurde von Guiseppe Porcaro vom Europäischen Jugendforum (dem Dachverband der Dachverbände der Jugendverbände) gemacht. Er zeigt verschiedene Blickwinkel auf die Jugendarbeit in der UNO, stellt die verschiedenen Facetten unserer Arbeit dar und gibt einen perfekten Einblick in den Alltag eines Youth Rep.

Hier einige Photos unserer Filmvorführung:

Schön wars! Speziellen Dank an das Kino in der Reitschule für die herzliche Aufnahme!!! War gross!

Grüsse,

Sonja und Tobias


Youth Rep an der Jugendsession

November 15, 2009

Hallo zusammen,

Dieses Wochenende hat nicht nur die Schweizer U17 als erstes Schweizer Fussballteam einen Weltmeistertitel nach Hause geholt; auch die politisch engagierte Jugend hat etwas bewegt. Mit Erfolg ging die Jugendsession 2009 über die Bühne. PolitikerInnen aller Couleur im Alter von 14-21 haben aktuelle Themen der Schweizerischen Innenpolitik diskutiert und dazu Stellungsnahmen verabschiedet.

Vor diesem interessierten Publikum haben wir unser Projekt vorgestellt. Wir haben die Ergebnisse aus New York, Istanbul und Paris dargelegt und unsere Ziele erläutert.

Dazu einige Photos hier:

Jugendsession 1

Jugendsession 2

Jugendsession 3

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Et voila,

Grüsse

Toby


Conférence annuelle de UNO Academia

November 7, 2009

Bonjour à tous,

Hier j’ai eu la chance de participer activement à la Conférence annuelle de UNO Academia à l’Université de Genève. Cette année, la matinée de la conférence était consacrée à la jeunesse. Une table ronde ayant pour thème « Youth Meets the United Nations : Which Role for Youth in the United Nations» de deux heures était au programme. Nous étions trois représentants de la jeunesse à y prendre part: Daniel Hardegger pour WFUNA-Youth, Jonas Rey pour Making Commitments Matter et moi-même pour Youth Rep et JUNES. Durant un quart d’heure, j’ai eu l’opportunité de présenter Youth Rep et JUNES, mais également de parler des possibilités de participation de la jeunesse, de mon parcours et de mes motivations.

Plusieurs questions nous ont été posées quant à nos possibilités réelles d’implication. Les personnes présentes ont semblé très convaincues par nos projets. Elles se sont dites impressionnées et prêtes à nous soutenir. j’ai eu l’occasion unique de sensibiliser les dirigeants de grandes organisations internationales, d’ONG ainsi que des académiciens à notre projet et à la participation des jeunes en générale. Une belle expérience!

 

à bientôt!

 

Hélène

ps : n’oubliez pas d’envoyer vos candidatures pour devenir les nouveaux Youth Rep! (deadline: 26 octobre!)


Hej aus Malmö!

October 23, 2009

Halloi liebeR BlogleserIn,

Kaum ist der eine zurück ist die andere schon wieder weg :-) Ich bin gerade in Malmö an der Vorbereitungskonferenz für COP15 (Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember), wo wir das Jugendlobbying für COP15 koordinieren und vorbereiten.

Nach vielen Infos, Vorstellungsrunden und einem ersten Koordinationsversuch haben wir uns ganz fein die Bäuchlein vollgeschlagen und dazu (peinliche) Pfadi-Schlussabend-Spiili gespielt, welche die Schweden ganz toll gefunden haben. Hoffentlich müssen wir das nicht 3 Wochen lang dann im Jamboree (Weltpfadilager) 2010 in Schweden spielen, für alle, die vielleicht auch kommen. Und zum guten Schluss gabs noch die eindrückliche Schlecht-Nachtgeschichte The Age of Stupid… http://www.ageofstupid.net/

Guud näit und bis bald!

Sonja


Gastblogger des Monats: Workcamp Switzerland

October 20, 2009

Workcamp Switzerland, eine Jugendorganisation die übrigens auch auf dem UNO-Boot mitgesegelt ist, stellt sich vor:

Ferien einmal and175_015_jiyoungers…

Mit jungen Leuten aus aller Welt zusammen treffen, sich für ein gemeinnütziges Projekt einsetzen und dabei Land und Kultur hautnah erleben – das versprechen Workcamps im  In- und Ausland. So zum Beispiel in Vietnam, um Kinder in Englisch zu unterrichten. In Mexiko, um bedrohte Schildkröten vor dem Aussterben zu bewahren. Oder in Moskau ein internationales Festival mit zu organisieren. Workcamps dauern in der Regel zwei Wochen.

Langzeiteinsätze im Ausland

Es gibt aber auch die Möglichkeit, längere Einsätze zu tätigen. Denn zwei Wochen sind oft zu kurz, um ein vielseitiges Land und deren Kultur näher kennen zu lernen. Es braucht viel mehr Zeit, sich in einem Land integrieren zu können, zu erfahren, wie die Lebensbedingungen sind, wovon die Menschen leben. Um das heraus zu finden, bedarf es einiger Monate Aufenthalt in einem Land. Einen Überblick kannst du dir mittels Suchmaschine auf unserer Webseite verschaffen.
Das ideale Praktikum
Englischkenntnisse wie auch ehrenamtliches Engagement sind Voraussetzung. Du verdienst mit deiner Arbeit kein Geld, trägst die Reisekosten selbst, dafür erhältst du Kost und Logis und einen Praktikumsnachweis. Und was noch viel wichtiger ist: Du machst Erfahrungen, die du wohl kaum in einer anderen Form machen würdest. Spezielle Begegnungen in spezieller Umgebung, der Kontakt zur fremden Kultur hautnah, internationales Zusammenleben mit anderen Volunteers aus aller Welt und damit verbunden der interkulturelle Austausch.

Pack deine Reisetasche und lass dich auf ein Abenteuer ein. Interessiert? Dann melde dich bei uns.

Workcamp Switzerland h Badenerstrasse 129 h 8004 Zürich h Telefon 043 317 19 30
info@workcamp.ch h www.workcamp.ch

Logo_balken_300.91


Youth Rep Rede an der 64. UNO Generalversammlung

October 14, 2009

Hallo zusammen,

Am Dienstag vor einer Woche (6.10.2009) am Morgen um circa 10.45 Uhr kurz nach der Rede von Jordanien im 3. Komitee der UNO Generalversammlung hat mein Herz für eine Sekunde ausgesetzt.

CHAIR: “I thank the distinguished representative of Jordan for her statement and I now give the floor to the distinguished representative of Switzerland.”

Durchatmen, los gings:

Youth Rep Rede der Schweiz an der UNO Generalversammlung

War, so glaube ich, ziemlich in Ordnung. An dieser Stelle nur eine Entschuldigung richtung Romandie: Tut mir Leid, dass ich mit meinem Akzent Eure wunderschöne Sprache verhunzt habe :)

Keep on rockin!

Toby


Treffen mit UNO Generalsekretär Ban Ki Moon

October 9, 2009

Hallo zusammen,

Wir hatten die Ehre seine Exzellenz gestern Mittag (Mittwoch 8. Oktober) kurz zu treffen. Wir, alle UNO Jugenddelegierte von der ganzen Welt zusammen, haben bereits im August beim Sekretariat um ein Treffen mit Ban Ki Moon gebeten und sehr schnell eine Zusage bekommen.

Das Treffen mit Ban Ki Moon fand am UNO Hauptgebäude in New York statt. In einer der Eingangshallen gibt es ein schönes Wandbild, davor steht ein kleines Podest – gerahmt mit zwei UNO Flaggen – , welches oft für Photos gebraucht wird. Dort haben wir uns nach einer Sicherheitsüberprüfung aufgestellt. Drei Reihen und in der untersten in der Mitte haben wir Platz für den Generalsekretär der UNO gelassen. So haben wir gemeinsam etwa eine halbe Stunde gewartet, weil unser wichtiger Freund ein überzogenes Meeting hatte.

Als er dann gekommen ist, hat er den Jugenddelegierten um seinen im zugeteilten Platz kurz die Hände gereicht, gelächelt und sich für das Gruppenphoto eingereiht. Nach vier, fünf Blitzen habe ich Ihn im Namen der Jugenddelegierten gefragt, ob wir noch ein “lustiges” Bild mit Ihm machen könnten. Ich habe vorgeschlagen das Victory-Zeichen zu machen, da dies in asiatischen Ländern oft auf Photos gemacht wird und Ihn so in keine unnatürliche oder unangenehme Situation bringen sollte.

Danach ist er von seiner Assistentin zu seiner Position gebracht worden und wir Jugenddelegierte haben uns aufgereiht. Einer nach dem anderen durfte ein Photo mit Ihm machen. Die koreanische Jugenddelegierte, die vor mir dran gekommen ist, hat sich tief vor ihm verbeugt, und erst dann das gemeinsame Photo gemacht. Da ich wusste, dass Ban Ki Moon früher Botschafter von Südkorea in Wien war und er sehr gerne Deutsch hört, habe ich Ihn während unserem Händedruck auf Deutsch angesprochen. Ich habe zu ihm gesagt: “Im Namen der Schweizer Jugend möchte ich Ihnen -Exzellenz – herzlich für den Einsatz für unsere Umwelt und das Klima im Vorfeld der COP15 Konferenz in Kopenhagen danken”. Ich habe sehr langsam gesprochen und er hat sich danach lachend bedankt.

Nach dem persönlichen Handschlag mit uns allen, hat er von einem provisorischen kleinen Podium aus zu uns gesprochen. Er hat gesagt, dass er grosse Hoffnungen in uns aber auch Anforderung an uns hat. Wir und unsere Generation tragen, genau wie er, die Verantwortung unseren Staaten begreiflich zu machen, dass JETZT Aktionen und Eingeständnisse für unser Klima passieren müssen. Dass JETZT gegen Armut und für Gesundheit gekämpft werden müsse. Dass JETZT die Menschenrechte eingehalten werden müssen. Obwohl wir noch nicht in den Führungspositionen unserer Länder, Firmen, NGO’s sind, ist es JETZT, wo wir lernen und begreiffen müssen, was unsere universellen Werte und Ziele sind.

Im Namen aller Jugenddelegierten hat dann die Jugenddelegierte von Botswana dem Generalsekretär für seine Zeit für uns gedankt und Ihm eine Version unseres Newsletters geschenkt. Sie hat für uns gesagt, dass seine Prioriäten auch unsere Prioritäten sind und dass wir hier in New York und zuhause in unseren Ländern alles tun, um die gemeinsamen Ziele zu erreichen.

Er hat sich bei uns verabschiedet und alles war nach 20 Minuten vorbei. Sehr eindrückliche 20 Minuten wohlgemerkt!

Und hier die Bilder:

SG Photo Op

Die ganze Gruppe

SG Photo OpDie ganze Gruppe mit Victory-Zeichen

Toby_SecGen_V1Toby mit Ban Ki Moon

Liebe Grüsse

Toby


Toby in “DIE ZEIT”

October 8, 2009

Hallo zusammen,

Während den ersten Tagen hier in NYC wurde ich von einem Journalisten von “DIE ZEIT”, mittlerweile Kollege, begleitet. Er hat mich schweigend, ab und zu Fragen stellend, begleitet und mir bei allem über die Schultern geschaut. Das Ergebnis davon bitte hier:

Kleine Rede an die Welt

Tobias Naef ist 22 und vertritt die Schweiz vor den Vereinten Nationen in New York.

Es gibt eine Geschichte von Globi, dem Schweizer Kinderfreund, da geht der freundliche Vogel zu den UN, er steigt die Zuschauertribüne hinauf, und was kommt dabei heraus? Nichts! Der Redner redet nur und redet, er belehrt steif und leise, wiederholt sich, argumentiert im Kreise. Globi hat rasch genug, Globi verlässt die UN zornesrot, Globi gründet ein eigenes Friedenscamp.

Toby würde das nie tun. Auch Tobias Naef aus Engelberg, Student der Politologie, ist immer freundlich zu allen, sieht im Schlechtesten noch das Bestmögliche, aber er hat Geduld. Er ist eine wundersame Mischung aus Globi und Manager des institutionalisierten Guten. Er wird mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon aufs Foto dürfen und auch eine Rede vor den UN-Delegierten halten, fünf Minuten lang Sprachrohr der Schweizer Jugend sein vor der Weltorganisation. Doch das sind alles Zugaben, und die meisten hier wissen das. »Is it a meeting? Or is it more like: Hello, let’s take a picture?«, fragt die peruanische Jugenddelegierte zum Termin mit Ban Ki Moon. Antwort der Sitzungsleiterin: »More like: Hello, let’s take a picture.« Und alle lachen.

New York, erste Sitzung der Jugenddelegierten. Der Jetlag geht um. Sie essen Chips. Sie trinken Cola und Mineralwasser. Alle Kontinente, schwärmt Toby, seien hier im engen Hotelzimmer versammelt. Am Boden sitzen zum Beispiel ein junger Mann und eine junge Frau aus dem Königreich Thailand, auf dem Schoß ihre Schulbücher, in die sie alles gewissenhaft aufschreiben. Die groß gewachsene Frau aus Ruanda hält einen dünnen Hewlett-Packard-Notizblock in den Händen, mindestens 24 Stunden Flug und viermal Umsteigen liegen hinter ihr. Vier abwesende Ghanaer sind zu verzeichnen, die »wegen Visa-Schwierigkeiten« zu Hause bleiben mussten. Gekommen ist dafür ein junger Herr aus der Türkei, 27, der letztes Jahr wegen Streitigkeiten zwischen Ankara und der türkischen Mission in New York nicht teilnehmen durfte. Diesmal habe sich der Premierminister persönlich für ihn eingesetzt, er müsse nicht mal die Spesen übernehmen, sagt der junge Türke.

Dann ist da eine junge Frau aus Belgien, die aufgeregt erzählt, dass sie nun ihr ganzes Land vertreten dürfe, weil der Kollege aus dem französischsprachigen Teil verhindert sei; bloß müsse sie nun auch die ganze Rede auf Französisch halten! Die auf dem internationalen Parkett besonders engagierten Skandinavier sind da, und eben auch Tobias Naef, 22 Jahre alt, vom Projekt Youth Rep des Jugend-Dachverbands SAJV und in Kooperation mit dem Außenministerium unter Schirmherrschaft von Micheline Calmy-Rey (was er den Journalisten ständig wiederholen muss).

Wichtig ist, dass immer einer dasitzt, auch wenn er nicht immer zuhört

Alle haben sie hier ihre Reden (»speeches«) zu halten, ihre Themen (»main issues«), die sie »pushen«, ihre Anliegen, für die sie »lobbying« betreiben. Crashkurs im Jargon der weltdemokratischen Jugend: »I speak on behalf of my country« beispielsweise bedeutet, dass einer für seine Regierung für die Jugendlichen seines Landes spricht, also den Ämtern Rechenschaft schuldig ist; Tobias Naef spricht seine Äußerungen mit der Schweizer Mission ab. Die Deutschen sind da informeller. Falko und seine Kollegin arbeiten ein ganzes Jahr ausschließlich als Jugenddelegierte, und sie sind es, die hier am meisten reden, vieles organisieren, Falko mit dem Laptop und seine Kollegin, die zunehmend an die subtile Machtfrau Merkel gemahnt. Das sind Professionelle. So professionell wie der Delegierte aus Australien, der ein Jahr lang seinen Kontinent bereiste, um der dortigen Jugend wirklich Sprachrohr sein zu können.

Tobias Naef indes schaut gut schweizerisch immer ein wenig aufs Geld, er sparte beim Flug, sparte beim Hotel, damit Youth Rep weitere Events organisieren kann – beim Einsatz spart er nie. Den Tag vor seinem Abflug verbrachte er mit dem Uno-Boot und seinen Youth-Rep-Kollegen auf dem Zürichsee, um die UN der Jugend näherzubringen, »es war wahnsinnig gut«, und er holte sich einen Sonnenbrand.

Warum, Toby? Was leisten die UN? Wird hier nicht einfach zu viel geredet? Das hört er oft von Journalisten. Er fragt dann immer zurück, ja, was denn sei, wenn es keine UN mehr gäbe? Ob dann vielleicht alles besser wäre? Darauf sagen die Journalisten erst mal gar nichts. Um schließlich zu antworten: Aber das sei nun nicht die Antwort auf ihre Frage gewesen.

Tobias Naef ist nicht der selbstlose Idealist. Er wollte früher einmal Hotelbesitzer werden, und dann überlegte er sich einen Beruf, mit dem man weltweit gut fährt, Handwerker zum Beispiel. Hauptsache, immer unterwegs. Hauptsache, weltweit. Es ist eine Weltsucht, die den Toby Naef überfiel, dem in der Klosterschule Engelberg nicht erst Zürich als Metropole galt, sondern bereits das große, große Luzern (obwohl er schon damals immer nach dem gigantischen Zürich strebte).

»Geil«, sagt er immer wieder. »Geil.« Zum zweiten Mal in seinem Leben ist er in New York: »Das ist es doch, in so einer Stadt möchte man leben, einfach aussteigen und dann überleben. Sich verlieren.« So spricht einer, der schon in der Schule in Max Frischs Rip Van Winkle die Hauptfigur gab. Oder in der Mongolei, erzählt er, da habe er Dinge erlebt! Und erst in Mexiko! Da und dort und hier ist Tobias Naef schon gewesen, ein ewig Reisender, merkt man plötzlich. Und er mag und will einfach nicht meckern, besonders nicht in New York. Auch nachdem man eine Stunde damit verbracht hat, in seinem billigen Hotel kaputte Schlüsselkarten fürs Zimmer auszuprobieren, ist Naefs auffälligste Reaktion, dass er am Ende mit dem Servicemann auf Spanisch zu witzeln beginnt.

Tobias Naef hat sich in Schale geworfen, heute zwar noch nicht die rote Krawatte, denn erst im Laufe der Woche soll er seine Rede halten. Aber die UN machen es ihm nicht leicht, selbst Delegierte müssen sich zur Akkreditierung in einer langen Schlange gedulden. Eines der ersten Dinge, die man in den UN lernt, ist, dass jeder, der pünktlich kommt, viel zu früh ist. Einmal ins Hauptgebäude gelangt, mit zwei Stunden Verspätung, hält Naef den Stuhl warm. Das ist die Schweizer Politik hier in New York, sie nennen es die »Politik des warmen Stuhls«. Wichtig ist, dass immer zumindest jemand dasitzt. Man muss nicht unbedingt alles mitanhören, das wäre fast zu viel verlangt. Ob Tobias Naef zuhört? »Zuelose und schlafe«, nennt es ein Mitarbeiter der Schweizer Mission in New York. Am besten den Übersetzungshörer aufsetzen, aber nicht einschalten, dann könne man ruhig an etwas anderem arbeiten. Am ersten Tag wird der Mr. Chair, der Sitzungsleiter, sowieso erst mal von jeder Nation dafür beglückwünscht, dass er zum Mr. Chair gewählt worden sei. Was natürlich Floskeln sind, die dem Mr. Chair nicht einmal ein Nicken abringen.

Ja, gewiss hatte Globi nicht unrecht. Für Stürmische sind die UN nichts. Während der Delegierte aus Kuba etwas Stimmung aufkommen lässt und fragt, warum Milliarden zur Rettung des Finanzsystems aufgebracht worden seien und nichts für die Armen, schläft die Jugenddelegierte aus Jamaika auf einem Stuhl abseits des Rummels. Dabei gibt es hier gar keinen Rummel. »Das sind eben die UN«, und es klingt ganz packend, wenn Tobias Naef das sagt. »Ab und zu gibt es aber wieder kleine Revolutionen.«

Sie kämpfen um jeden Satz, weil jeder Satz Leben retten könnte

Letzte Sitzung der Jugenddelegierten am ersten Tag, es ist 19 Uhr. Dear Mr. Ban Ki Moon , vom »working breakfast« bis heute Abend wurde bei den Jugenddelegierten hart gearbeitet, non-stop. Sogar am Abend geht es noch um Sätze, Wörter. Um Nanometer an Wortbedeutung wird gefeilscht. Sollte man in der Jugendresolution vielleicht »direct impact« mit»significant impact« ersetzen? Und sei, fragt die peruanische Jugenddelegierte, der Punkt zu Geschlechtergleichbehandlung nicht etwas zu schwach formuliert? Müsse man nicht ein »urgent« anfügen, denn das sei es nun doch wirklich langsam: dringend?

»Could you repeat the wording, please?« Alles Leute, die an die Macht der Wörter und deren Wiederholung glauben. Als würden ihre Resolutionen einen direkten Zugang zu den Dingen haben, kämpfen sie für jeden Satz, weil ja jeder Satz allenfalls Leben retten könnte. Und dann bombardieren sie die Missionen ihrer Heimatländer mit ihren Änderungswünschen. Anders als in einem guten Text soll in ihrer Resolution eher zu viel als zu wenig stehen. Sie schauen einander zwar in die Augen und nicken ernst, aber im nächsten Moment können sie schon wieder hinter ihren Bildschirmen verschwinden, Facebook, Twitter, E-Mail, SMS; Handyanrufe werden entgegengenommen. Debatten auch neben und nach der Sitzung. Ein Glaube hält sie lange wach. Erst spät nach zehn Uhr schleppt sich Tobias Naef ins Hotel, stützt sich auf den Bettrand und sagt: »Hey, ich bin so kaputt.« Toby ist nicht Globi. Toby wird noch zwei Wochen hier sein, es ist erst der Anfang seiner UN-Geschichte.

Hat er doch ganz gut gemacht der Herr Zaugg!

Quelle: DIE ZEIT, 08.10.2009 Nr. 42

http://www.zeit.de/2009/42/CH-UN?page=1

Liebe Grüsse aus New York von einem total erschöpften Toby!

P.S. Diplomatentage sind 13 Stundentage – Jugenddiplomatentage sind 13 Stundentage und danach noch Ausgang …


Youth Rep an der UNO Generalversammlung in NYC

October 7, 2009

Hallo,

Seit Sonntag Mittag bin ich in New York. Ich werde während zwei Wochen im 3. Komitee der UNO Generalversammlung als Mitglied der Schweizer UNO Delgation die UNO Jugendresolution mitverhandeln. Zusammen mit 49 anderen UNO Jugenddelegierten aus 27 verschiedenen Ländern von allen Kontinenten geben wir der Jugend eine Stimme an der UNO.

Wir definieren Jugend als eine Übergangsphase zwischen Kindheit und Erwachsensein. Die UNO begrenzt diese Übergangsphase zwischen 14 und 25 Jahren. Unsere Generation übernimmt  eine Welt voller Probleme, für welche wir nichts können. Unsere Generation hat dem globalen Klima wenig geschadet. Unsere Generation hat keine Kriege begonnen. Unsere Generation hat noch keine Menschenrechte unterdrückt. Über unseren Köpfen wird entschieden, was unsere Welt prägen wird, wenn wir erwachsen sind. Die UNO Jugenddelegierten probieren diese Situation zu ändern und Platz für die Ideen und Meinungen der Jugendlichen zu schaffen. Wir wollen und können verändern!

Sonntag Nachmittag hatten wir UNO Jugenddelegierte uns zum ersten Mal alle im Hotelzimmer von Jordy – dem niederländischen Jugenddelegierten – getroffen. Wir haben unsere Prioritäten dargelegt und probiert unsere Lobbyarbeit und unsere Events zu koordinieren. Eine geladene, energische, gespannte Stimmung hing in der Luft. Wir sind alle bereit, das Beste für die Jugend weltweit rauszuholen.

Montag war dann mein erster Tag am UNO Hauptgebäude. Nach einem Working Breakfast beim UN Youth Unit und nachdem ich an der Mission der Schweiz meinen Badge geholt habe, durfte ich das erste Mal durch die Tore der Vereinten Nationen in New York schreiten. Als erstes hab ich mich natürlich verlaufen und kam zufällig beim Sicherheitsrat vorbei. Dieser war gerade in Session. Sehr interessant mal die “grossen” fünf und die weiteren Mitglieder des stärksten Organs der vereinten Nationen in Aktion zu sehen.

Im Konferenzsaal des 3. Komitees hat am Montag auch der formelle Teil der Verhandlungen zum Agendapunkt “Social Development” begonnen. Zu diesem Punkt gehört auch der Unterpunkt “including questions relating to the world social situation and to youth”. Formell heisst, dass jede Delegation ein offizielles Statement vorliest. Das Statement befasst sich mit dem Agendapunkt und stellt die Position und die Aktionen eines Landes zu diesem Punkt dar. Die essentielle Arbeit wird jedoch auf den Gängen und in den “Informals” geleistet. Dort verhandeln wir Delegierte miteinander den Inhalt der Resolutionen. Für die Jugendresolution hat Portugal, Senegal und Moldova einen “Zero-Draft” – eine Erstversion für den Text vorgestellt. An diesem wird in den nächsten Tagen hart gearbeitet. Jede Delegation konsultiert die Hauptstadt zu möglichen Änderungen. Ich habe meine Vorschläge bereits nach Bern geschickt. Jetzt warte ich auf eine Antwort.

Am Abend haben wir uns nochmal mit allen Jugenddelegierten getroffen. Wir haben bis spät in die Nacht auf einer multilateralen Ebene die Jugendresolution besprochen und unsere Arbeit koordiniert. Als Jugenddelegierter der Schweiz ist sehr wichtig einen guten Draht zu den Delegierten aus Ländern der Europäischen Union zu erstellen. Mit dem Rückhalt der EU haben unser Vorschläge viel mehr Einfluss.

Jetzt gehts so richtig los!!!

Badge

Ausrüstung: Freundschaftsflaggenpin Schweiz-UNO, Delegatebadge, rote Krawatte für die Schweiz, Youth Representative Button (v.l.n.r.)

Liebe Grüsse

Toby