Woche 1 in New York

Von Sabine Fankhauser

So endlich melde ich mich! Ich bin jetzt bereits seit 5 Tagen in New York. So viele Eindrücke, Erlebnisse und Begegnungen. Um euch ein bisschen mit in die New York Erfahrung einzubeziehen, schildere ich euch kurz die vergangenen Tage.

Am Sonntagmittag bin ich in New York angekommen und habe mich in meinem Hotel eingerichtet. Da ich bereits am ersten Tag die Orientierung in dieser grossen Stadt verlor, entschied ich mich, eine US Sim Karte zu kaufen. Auf meiner Entdeckungstour zum T-Mobile Shop und durch die Grand Central Station bin ich dann zufälligerweise in die Jugenddelegierte aus Sri Lanka reingelaufen. Obwohl ich voll und ganz damit gerechnet habe, dass ich mein Statement am Dienstag halten werde, hat sie mich informiert, dass die Schweiz bereits am Montag spricht, da wir Land Nummer 4 sind. Dies war für mich ziemlich überraschend und ich ging deshalb direkt ins Hotel zurück, um noch die letzten Kürzungen zu machen und das Statement noch ein paar Mal durchzugehen.

 

Am Montag, 2. Oktober trafen wir uns um 8 Uhr an der UNO für ein Briefing für alle Jugenddelegierten an der Generalversammlung. Viele interessante Begegnungen und Gespräche und es war schön zu sehen, dass wir dieses Jahr neu Jugenddelegierte aus Luxemburg, Serbien, Suriname und Italien dabei hatten! Nach unserem ersten Treffen ging ich im UNO Pass Büro meinen Delegates Badge abholen und dann direkt in den Konferenzraum 1, wo der dritte Ausschuss (humanitäre, kulturelle und soziale Fragen) um 10 Uhr begann. Nach einer feierlichen Eröffnung und Berichten von verschiedenen Akteuren und Ländergruppen, durften die Länder mit ihren Statements beginnen. Die Schweiz war das Land Nummer 4 und so durfte ich als zweite Jugenddelegierte den 3ten Ausschuss adressieren. Klick hier, um meine Rede zu sehen. Nach mir folgten viele andere Jugenddelegierte und man spürte einen frischen Wind im Konferenzraum. Die Unterstützung von den anderen Jugenddelegierten per Whatsapp-Chat war unglaublich und es war schön zu merken, wie fest wir alle zusammenhalten. Nach dem Mittagessen mit den Jugenddelegierten aus Thailand und Georgien ging ich auf die Permanente Mission der Schweiz und lernte die Praktikantinnen und viele Mitarbeiter/innen der Mission kennen. Ich habe jetzt auch einen eigenen Arbeitsplatz auf der Mission. Am Nachmittag folgten weitere Statements von Jugenddelegierten und am Abend ging ich gemeinsam mit einigen Jugenddelegierten essen.

 

Am Dienstag, 3. Oktober standen weitere erfrischende Reden von Jugenddelegierten im dritten Ausschuss auf dem Programm. Diese hörte ich sehr gerne an. Hier Links zu kurzen Zusammenfassungen unserer Reden: https://www.un.org/press/en/2017/gashc4195.doc.htm und https://www.un.org/press/en/2017/gashc4196.doc.htm Zum Mittagessen traf ich mich mit den Jugenddelegierten aus Schweden und Belgien um die letzten Details für das geplante Arbeitsfrühstück zu besprechen. Obwohl die Anmeldungen erst am Mittwochabend schlossen, hatten wir bereits über 55 Anmeldungen. Das freute uns sehr! Am Abend war ich zur Feier des Tages der deutschen Einheit zu einem Empfang im Boathouse im Central Park eingeladen. Nebst gutem Essen hatten wir die Gelegenheit, inspirierende Menschen kennenzulernen und spannende Gespräche zu führen. Ein sehr spezieller Moment, wenn man neben dem Botschafter von Malta und einem Diplomaten von Ost-Timor tanzt und gemeinsam Witze reisst.

 

Mittwoch, 4. Oktober startete mit einem Staff Meeting auf der Permanenten Mission der Schweiz. Jeden Mittwochmorgen treffen sich alle Mitarbeiter/innen der Mission, um sich über die vergangene und kommende Woche auszutauschen. Nebst dem Botschafter erzählen die Ausschussverantwortlichen, woran sie gerade arbeiten. Dies war für mich sehr spannend um einen Einblick in die Arbeit der Mission zu erhalten. Laetitia Kirianoff, die zuständig ist für meinen Ausschuss, teilte mir bei diesem Treffen auch mit, dass ich die Schweiz am Morgen alleine im 3ten Komitee vertreten solle. Dies machte ich dann für die nächsten drei Stunden und ich hörte spannende Reden zum Agendapunkt Drogen und Kriminalität. Nach dem Mittagessen hatte ich ein Treffen mit den anderen Jugenddelegierten, initiiert vom Jugenddelegierten von Georgien, um ein „joint statement“ zu besprechen. Direkt danach hatten wir ein Treffen bezüglich der Jugendresolution. Alle zwei Jahre gibt es eine Resolution „policies and programmes involving youth“ und wir hatten die Möglichkeit, mit zwei der drei Sponsoren Portugal, Moldova und Senegal zu sprechen und Fragen zur Resolution zu stellen. Anschliessend traf ich mich mit einer Fotografin, um Fotos fürs Migros Magazin, welches Mitte Oktober erscheint, zu machen. Am Abend ging ich kurz mit einigen Jugenddelegierten essen und beschloss dann, früh schlafen zu gehen, um den Jetlag endgültig abzulegen.

 

Am Donnerstag, 5. Oktober hatte ich das Ziel, mich in möglichst viele spannende Versammlungen reinzusetzen. Ich ging deshalb am Morgen in ein Treffen des Sicherheitsrates, wo die Situation von Mali besprochen wurde. Danach durfte ich wieder alleine die Schweiz im 3ten Ausschuss vertreten. Dann ging ich auf die Mission, um das Arbeitsfrühstück vorzubereiten. Donnerstagabend ist der Abend, wo sich die Praktikanten/innen der UNO und der Permanenten Missionen in einer Bar in Manhattan treffen, um sich kennenzulernen und sich auszutauschen. Dort wollten wir Jugenddelegierten natürlich auch nicht fehlen – deshalb verbrachten wir unseren Abend in dieser Bar. Da die Nervosität für das Arbeitsfrühstück am kommenden Morgen immer wie grösser wurde, entschied ich mich jedoch, früh schlafen zu gehen und nicht noch mit den anderen weiterzuziehen.

 

Am Freitag, 6. Oktober fand dann endlich das Breakfast Meeting zum Thema „Social Inclusion for Sustaining Peace“ statt. An diesem Morgen holte ich mir wie gewohnt mein Kaffee in einem kleinen Kaffee und eilte zur Mission runter. Alles war bereit und um 8.15h trafen die ersten Gäste ein. Die Nervosität stieg, denn man organisiert ja nicht alle Tage einen solchen Event, sitzt inmitten vier Botschaftern/innen und moderiert die Diskussion. Deshalb war ich dann auch froh, als um 10h der Event vorbei war. Ich kann jedoch glücklich sagen, dass ich sehr zufrieden bin mit dem Arbeitsfrühstück. Wir hatten inspirierende Redner und Rednerinnen und die Diskussion war sehr spannend. Ich bekam viel positives Feedback, vor allem auch über die Wahl des so aktuellen Themas und dem Level der Diskussion. Bald poste ich hier das „outcome paper“ des Events. Am Nachmittag fand ein Side Event zum Thema “Preventing Violent Extremism in the European Context” auf der europäischen Mission statt. Dieser wurde von den Jugenddelegierten aus Holland und Ungarn organisiert und wir diskutierten “best practices”, wie man Extremismus verhindern kann. Am Abend waren wir bei der Permanenten Mission von Serbien zur UNO, wo wir von der Jugenddelegierten und der Botschafterin zu einem Cocktail-Empfang eingeladen waren. Danach ging es weiter in die Delegates Lounge. Jeden Freitag findet dort ein Get-Together zwischen Praktikanten/innen und Diplomaten/innen statt. Viele inspirierende Menschen und spannende Gespräche – ein wenig später konnte ich endlich in mein Bett fallen. Ich bin dankbar für diese Woche, freue mich am Wochenende zu entspannen und bin gespannt, was mich in der nächsten Woche erwartet.

 

 

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